Presseartikel, WAZ 05.04.2017

Bürgerstiftung ehrt engagierte junge Mülheimer

Dennis Vollmer

 

Mülheims Bürgerstiftung hat Jugendliche für ihr Engagement ausgezeichnet. Die Geehrten haben ganz unterschiedliche Dinge bewegt.

 

Sie haben einen 3D-Drucker gebaut, das Wäschewaschen mit Efeu untersucht, die Erste Hilfe für ihre Schule organisiert, sind für ihre gemobbten Mitschüler couragiert eingestanden. Kurzum: Sie haben bewiesen, dass junge Menschen ihre Welt zum Besseren wenden wollen – und sogar können. Die Bürgerstiftung hat nun zum elften Mal zahlreiche Jugendliche für ihr Engagement geehrt und vier von ihnen mit einem Preisgeld von jeweils 3000 Euro ausgezeichnet.

„Sie haben mit ihrer Exzellenz ein Ausrufezeichen in unsere politische und gesellschaftliche Kultur gesetzt“, lobte der Bürgerstiftungsvorsitzende Patrick Marx. Auch Oberbürgermeister Ulrich Scholten unterstrich dieses und hob die „ausgeprägte Ehrenamtskultur in Mülheim“ hervor. Gut 25 Nominierte erhielten neben der Beachtung der außergewöhnlichen Leistungen in den Bereichen Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, soziales Engagement und Zivilcourage eine Urkunde.

 

Berührende und beeindruckende Schilderungen

Berührend war die Schilderung einer Lebensrettung. Niklas Glahn und Timotheus Hesse hatten zum Jahreswechsel beobachtet, wie sich ein Mensch durch einen Sprung in die Ruhr das Leben nehmen wollte. Beherzt schritten sie zur Tat und retteten die bereits ohnmächtig treibende Person.

Beeindruckend war ebenso der Forscherdrang der gerade einmal 14-jährigen Nele Stumme, die schon die Waschkraft von Efeu und den nützlichen Heißhunger von Mehlwürmern auf Styropordämmung untersuchte. „Wir werden noch einiges von dir hören, da bin ich mir sicher“, lobte Hochschulförderer und Ehrenringträger Heinz Lison. Unter den vielen Bewerbern hatte eine Jury die Qual der Wahl und in den vier Bereichen je einen Preisträger zu benennen.

 

Geisteswissenschaften: Corinna Lüneburg

In den Geisteswissenschaften erhielt Corinna Lüneburg vom Gymnasium Broich die zusätzliche Auszeichnung für ihre große Bandbreite an Fähigkeiten, insbesondere ihr Engagement an Bundeswettbewerben und ein Frühstudium im Bereich Medizin der Universität Essen-Duisburg. „Ich möchte gerne Medizin studieren“, sagt die Preisträgerin und träumt von Harvard. Einen Teil des Preisgeldes will sie fürs Studium sparen, einen weiteren aber an Ärzte ohne Grenzen spenden, die sich derzeit im Krisenland Jemen besonders einsetzen.

 

Naturwissenschaften: Meik Hildebrandt

Die Naturwissenschaft entschied Meik Hildebrandt (ebenfalls Gymnasium Broich) unter vielen ausgezeichneten Bewerbern für sich. Auch er nimmt an einem Frühstudium der Uni Essen-Duisburg teil. Mitentscheidend war seine Fähigkeit, andere Schüler verständlich an seinem Wissen teilhaben zu lassen. Einen 3D-Drucker entwickelte der Mathe-Enthusiast gleich selbst – „kaufen ist zu teuer“, soll er lakonisch erwidert haben. Das Geld will Meik Hildebrandt fürs Studium sparen, „aber auch mit Freunden abfeiern und etwas möchte ich spenden“.

 

Soziales Engagement: Hana Alaj

Für den engagierten Aufbau und die Organisation eines schulischen Sanitätsdienstes zeichnete die Jury Hana Alaj (Karl-Ziegler-Gymnasium) im Bereich soziales Engagement aus. Zudem setzt sich Hana Alaj sehr in der Flüchtlingshilfe ein. „Ich möchte das Geld für mein Projekt einsetzen und Kinder im Kosovo für den Rettungsdienst schulen. Das ist dringend notwendig“, sagt die Preisträgerin. Nach dem Abitur will sie Medizin studieren.

 

Zivilcourage: Jennifer Asamoah

Jennifer Asamoah stand couragiert ein für ihre Mitschülerin, als diese im Bus massiv von anderen Mädchen gemobbt und dabei gefilmt wurde. Die 15-Jährige half dem bedrängten Mädchen nach dem Vorfall weiter, und nahm dabei selbst sozialen Druck auf sich. „So ein Verhalten ist einfach nicht richtig. Auch wenn ich daraufhin selbst Nachteile hatte, ich bereue es nicht und würde es immer wieder tun“, sagt die junge Frau. Dafür erhielt sie den Preis der Bürgerstiftung für Zivilcourage.

 

Presseartikel, WAZ und NRZ 20.11.16

Presseartikel, Mülheimer Woche, 5.11.16

Presseartikel, Lokalkompass 05.04.2017

Die Preisträger mit ihren Urkunden (v.l.n.r): Hana Alaj, Corinna Lüneburg, Meik Hildebrandt und Jennifer Asamoah. In der zweiten Reihe: Organisatoren und Sponsoren mit OB Ulrich Scholten. Foto: Joshua Belack

Jährlich werden junge Mülheimer für herausragende und vorbildliche Leistungen in vier verschiedenen Kategorien von der Bürgerstiftung Mülheim ausgezeichnet: Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Soziales Engagement und Zivilcourage.

 

Mülheimer Bürger - aber auch Schulen, Vereine und alle Institutionen des öffentlichen Lebens- können im Laufe eines Jahres der Bürgerstiftung geeignete Kandidaten vorschlagen. Preisträger dürfen dann in jeder Kategorie jeweils 3.000 Euro als Anerkennung annehmen. Die Verleihung der Preise der Bürgerstiftung fand am Dienstag, 4. April, im Haus der Wirtschaft statt. Viele junge Menschen wurden geladen - doch nur vier von ihnen gewannen an diesem Abend.

 

Kategorie Geisteswissenschaften Corinna Lüneburg

Die Kategorie Geisteswissenschaften wird von innogy gefördert. Gewonnen hat ihn Corinna Lüneburg vom Broicher Gymnasium. Corinna verfügt über besondere Fähigkeiten im sprachlichen Bereich und spezielle Kenntnisse gesellschaftlich relevanter Themen, erwarb mehrere Sprachzertifikate, nimmt an Bundeswettbewerben teil, studiert neben der Schule an der Uni Duisburg/Essen und wurde für die Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen.

 

Naturwissenschaften-Preisträger: Meik Hildebrandt

Meik Hildebrandt durfte den 3.000 Euro Preis für seine naturwissenschaftlichen Leistungen vom Sponsor Mülheimer Bildungsstiftung entgegennehmen: Außerordentliche mathematische Fähigkeiten in Verbindung mit sprachlichen Qualitäten, die auch Laien komplizierte Zusammenhänge einfach deutlich machen können. Er nahm an Mathematik-Olympiaden, Sommerakademien teil, baute einen 3D-Drucker und wurde ebenfalls für die Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen. Auch er leistet ein Frühstudium an der Uni Duisburg Essen.

 

Preis Soziales Engagement: Hana Alaj

Die dritte Preisträgerin, die mit einem Scheck des Sponsors Mülheimer Wohnungsbau nach Hause gehen konnte, war Hana Alaj. Neben sehr guten schulischen Leistungen und hohem Engagement im sozialen Bereich, zeigt sie besondere Anstrengungen, Fähigkeiten im Bereich der Notfallmedizin zu erlernen.

Sie möchte vor allem die Notfallmedizin in ihrem Herkunftsland verbessern und konnte ihre Bemühungen eindrucksvoll belegen.

 

Zivilcourage-Preis: Jennifer Asamoah

Die Grillo Stiftung spendiert in der Kategorie Zivilcourage den vierten Scheck des Abends an Jennifer Asamoah. Jennifer zeigte Courage, als sie auch wegschauen konnte: Sie setzte sich laut und energisch für eine Freundin ein, in Kenntnis der Tatsache, dass sie den Angreiferinnen jeden Tag wieder begegnen muss, da sie dieselbe Schule besuchen. Dies ist besonders aufgrund ihres jungen Alters (15) zu würdigen.

 

Wer junge, herausragende Menschen für die nächste Preisverleihung im Jahr 2018 vorschlagen möchte, kann das bei der Bürgerstiftung im Laufe des Jahres tun. Die Internetseite bietet Informationen, wie das funktioniert: www.buergerstiftung-muelheim.de.

 

Presseartikel, WAZ 12.10.16 und NRZ 13.10.16